Wolfgang Manekeller
scheues wild wahrheit
Gedichte, Aphorismen, Prosa
1. Auflage 2002, 100 Seiten, Format 21 x 12,8 cm
ISBN 978-3-89896-107-3, Broschur, 12,90 Euro, 23,00 sFr
Best.-Nr. 107
Der sich entziehenden Anwort auf die Frage, was die
Wahrheit und wo sie zu finden ist, geht Wolfgang Manekeller in
diesem Buch nach. Dass er bei seiner Suche den falschen,
gleißnerischen Sprachgebrauch entlarvt, wie er in Talk-Shows
und Quiz-Sendungen oder in den Sätzen der Politiker und
Journalisten wuchert, zeigt die leidenschaftlich unternommene
didaktisch-pädagogische Absicht, den Zusammenhang zwischen
Sprache, Denken und Handeln aufzuzeigen. Die Lektüre ist nicht
nur ein sprachhygienischer Genuss, sondern auch ein poetisches
Leseerlebnis, das zu ur-alten Lebens- und Sinnthemen führt.
Als Widerständler gegen das neudeutsche Denglisch, als
Verteidiger der wehrlosen Tiere, als Chronist des
Zeitgeschehens und als Kritiker des Zeitungsgeistes mit seinen
verderbten Manieren weist sich Manekeller ebenso couragiert
aus wie als streitbarer Pazifist oder als handwerklich
versierter moderner Lyriker. Die Gedichte sind noch
geschliffener, noch reduzierter auf das Wesentliche der
Aussage, die sich hinter den sichtbaren Zeichen ahnen lässt.
Bissig, zornig, heiter, witzig, satirisch, sinnierend und
konstatierend, aber auch skeptisch sich selbst gegenüber
entrollt das Buch den Facettenreichtum der Gedanken, Gefühle
und literarischen Verweise. Natorp, Reiners, Schneider,
Goethe, Kant, Domin und Adorno sind gleichgesinnte
Weggefährten. Im letzten Kapitel behauptet sich Manekeller als
Praktiker, der konkrete Hinweise für die Entstehung eines
Gedichtes gibt. Diese Handreichung ist ein Plädoyer für das
Gedicht als kleinste Form einer Überlebenschance. Hellsichtig,
logisch-entwickelnd stellt er seine Redlichkeit als Hüter der
Sprache unter Beweis und bietet sprachliche und gedankliche
Kreativität als seinserhellenden Prozess, der den Leser »mit-nimmt«
und anregt.