Leonardas Gutauskas
Briefe aus Viešvilė
Roman
Aus dem Litauischen von Klaus Berthel
1. Auflage 2002, 104 Seiten, Format 21 x 13,8 cm
ISBN 978-3-89896-122-6, Broschur, 13,90 Euro, 24,50 sFr
Best.-Nr.
122
Philosophisch-Ethisches gilt beinahe als obsolet in der
Gegenwartsliteratur, aber gerade diese Kategorie nimmt einen
zentralen Stellenwert ein in der Prosa Gutauskas’. In »Briefe
aus Viešvilė« bekennt der Held des Romans – und durch ihn der
Autor – mit einfachen, ja kargen Worten, dass ihn »die
Geheimnisse der Erde und des Himmels quälen, und das Schicksal
der Seele«. Nicht das Gerüst einer traditionellen Fabel, nicht
die üblichen Kollisionen und Personenkonflikte sind in dieses
Werk eingegangen, es dominieren moralisch-metaphysische
Aspekte. Deutlich ist der Versuch, an die stillen und
verborgenen Werte des Lebens zu erinnern und diese zum
Sprechen zu bringen. Gutauskas scheut sich nicht, naiv, offen,
ja altmodisch zu erscheinen. Er zielt auf die Dimensionen des
Ewigen, indem er daran erinnert, wie zeitverhaftet wir sind.
Das Poetische ist hier nicht strukturelles Detail, es zielt
aufs Ganze. Gutauskas hat das Wesenhafte des Seins im Blick.
Und das des Nichtseins.
Leonardas Gutauskas, litauischer Maler und Schriftsteller,
wurde 1938 in Kaunas geboren. 1966 beendete er die
Kunstakademie in Vilnius, nahm an Ausstellungen teil und
lehrte als Kunstdozent. Zudem Poet und Romancier sowie
Herausgeber von ihm selbst illustrierter Lyrikbände für
Kinder. Große Aufmerksamkeit erregte seine mehrbändiger Roman
»Vilko dantų karoliai« (»Eine Kette aus Wolfszähnen«).