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Jurgis Kunčinas
Mobile Röntgenstationen
Roman
Aus dem Litauischen von Klaus Berthel
2. , überarb. Auflage 2004, 206 Seiten, Format 21 x 13,8 cm
ISBN 978-3-89896-176-9, Broschur, 14,90 Euro, 26,50 sFr
Best.-Nr. 176
Als der Erzähler am Rande von Vilnius das verrostete Wrack
einer mobilen Röntgenstation findet, entsteht die Idee, ein
Drehbuch über Wilhelm Conrad Röntgen zu schreiben. Vor allem
aber ist dies der Anlass, sich an die Studienzeit Ende der
60er Jahre zu erinnern, an die Versuche, der drohenden
Einberufung zum Militär durch die Simulation von Krankheiten
zu entgehen. In Rückblenden erinnert sich der Erzähler an die
eigene Lebensgeschichte: Der amourös-morbide Reigen von
Liebes- und Krankheitsgeschichten kreist immer wieder um das
Thema »Tuberkulose«, erzählt auch von der Schwindsucht der
Sowjetrepublik Litauen und der Durchleuchtung nicht nur der
Lungen, sondern auch der Seelen der Menschen.
Jurgis Kunčinas, einer der großen Romanciers Litauens,
wurde 1947 in Alytus geboren. Er studierte Deutsche Sprache
und Literatur an der Universität Vilnius. Seit 1983 war er
freischaffend tätig. Er übersetzte u. a. Dürrenmatt,
Borchert, Nosack, Brussig, schrieb Kritiken, Lyrik, Essays,
Romane und Kurzgeschichten. Seine bekanntesten Werke: »Vaizdas
iį menulį (Ansicht des Mondes, 1989), »Laba diena, pone
Enrike!« (Guten Tag, Herr Enrikas, 1996) und »Menestreliai
maksi paltais« (Minnesänger in Maxi-Mänteln, 1996), »Glisono
kilpa« (Die Glisonschleife, 1991), »Tula« (Tula, 1993), »Blanchisserie
arba Žvėrynas-Užupis« (Blanchisserie oder Von Žvėrynas nach
Užupis, 1997), »Kilnojamosios Rentgenostotys« (Mobile
Röntgenstationen, 1998), »Bilė ir kiti« (Bilė und andere,
2002). Jurgis Kunčinas starb am 13. Dezember 2002 im Alter
von 55 Jahren in Vilnius.
»Sensibel hat Kunčinas die Absurditäten des sowjetischen
Alltags in die Handlung eingeflochten, bei aller Kritik Raum
gelassen für nostalgische Reminiszenzen und damit einen der
schönsten litauischen Romane der vergangenen Jahre vorgelegt.
… ›Mobile Röntgenstationen‹ ist ein anarchisches Buch – wilde
Assoziationen, kluge Monologe und schöne Sprachbilder.«
Michael Bauer, Deutschlandfunk
»Jurgis Kuncinas, einer der besten Erzähler Litauens [...]
So ironisch-spielerisch wie er treibt keiner seine Geschichten
voran.«
Uschi Neuhauser, Stern vom 26.09.2002 |
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