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Die Rückkehr des Dionysos
Chthonisches, Postmodernismus, Stille
Aus dem Litauischen von Klaus Berthel und Markus Roduner
1. Auflage 2008, 150
Seiten, Format 21 x 14 cm
ISBN 978-3-89896-195-0, Broschur, 19,50 Euro, 34,00 sFr
Best.-Nr. 195
»Dionysos ist Energie, dazu auch Wahnsinn, Ekstase,
Destruktion, er steht für das Prinzip der Metamorphose und
des Wandels, er ist ›jenseits von Gut und Böse‹, das ist
eine chthonische Kraft, die in jedem von uns pulsiert. Ihre
Aktivierung wird zu einem Signum zeitgenössischer Kultur.« –
Eugenijus Ališanka bemüht sich in seiner kulturologischen
Studie auch gar nicht um eine genaue Definition von
Phänomenen, die sich per se jeder Definition entziehen.
Deutlich aber ist das Anliegen, einem Signum
zeitgenössischer Kultur nachzuspüren. Die Studie ist in
Entsprechung zu den drei Schlüsselbegriffen in drei Kapitel
gegliedert: Im ersten Kapitel wird chthonische
(erdverbundene) Imagination, das Eindringen des
dionysischen Logos in die existenzielle Erfahrung des
modernen Menschen thematisiert. Sie bedeutet zugleich eine
Revolte gegen den Logozentrismus in der europäischen Kultur,
wird als postmoderne Figuration gedeutet. Im zweiten Kapitel
werden einige Tendenzen der Postmoderne in der
litauischen Kultur aufgezeigt und diskutiert. Das dritte
Kapitel behandelt das Phänomen der Stille in der
zeitgenössischen Kultur. Die dionysische Ekstase hat
paradoxerweise ihre Kulmination in der Stille, die
chthonische Imagination findet ihre Grenze und zugleich
Erfüllung im Tempel der Leere, dort, wo einst die Götter
wohnten.
Eugenijus Ališanka (geb. 1960) ist Lyriker, Essayist und
Übersetzer. Abgeschlossenes Studium der Mathematik an der
Universität Vilnius; wissenschaftlicher Mitarbeiter am
Institut für Kultur und Kunst; 1994–2002 Direktor für
internationale Programme beim litauischen
Schriftstellerverband; Organisator des internationalen
Poesie-Festivals »Frühling der Poesie«. 1992 wurde Ališanka
mit dem Z. Gėlė-Preis für den Lyrikband Äquinoktium
ausgezeichnet. Es folgte der Literaturpreis des
Kulturministeriums der Republik Litauen für Die Rückkehr
des Dionysos, der Preis des Festivals »Frühling der
Poesie« für die Übersetzungen von Aleš Debeljak und Zbigniew
Herbert. Derzeit lebt und arbeitet er in Vilnius. |
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