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Jurgis Kunčinas
Blanchisserie
oder Von Mäusen, Moder und Literatursalons
Roman
Aus dem Litauischen von Berthold Forssman
1. Auflage 2004, 346 Seiten, Format 21 x 14 cm
ISBN 978-3-89896-196-7, Broschur, 17,90 Euro, 31,50 sFr
Best.-Nr.
196
Eigentlich wollte Motiejus, ein Lebenskünstler in den
Vierzigern, nur mit dem Bus von Žvėrynas nach Užupis fahren
– zwei Stadtteile der litauischen Hauptstadt Vilnius, die
durch die Linie 11 miteinander verbunden sind. Während
Žvėrynas eher kleinbürgerlich-spießig ist, entwickelt sich
das ärmliche Užupis seit der Wende immer mehr zum Magneten
für Künstler und Bohemiens. Auch Motiejus’ Freundin Nabė,
von ihm liebevoll »Schlafmaus« genannt, träumt davon, in
Užupis einen Literatursalon zu eröffnen. Hervorragend
geeignet wäre die »Blanchisserie«, eine ehemalige Wäscherei
am Flussufer, die inzwischen jedoch hoffnungslos
heruntergekommen ist. Und was eigentlich eine Wohnungssuche
werden sollte, entwickelt sich für Motiejus und seine
Freunde zu einer abenteuerlichen Fahrt durch das im Aufbruch
befindliche Litauen, zu einer Reise durch die Zeit und zu
einem bunten Karneval skurriler Ereignisse ...
Jurgis Kunčinas, einer der großen Romanciers Litauens,
wurde 1947 in Alytus geboren. Er studierte Deutsche Sprache
und Literatur an der Universität Vilnius. Seit 1983 war er
freischaffend tätig. Er übersetzte u. a. Dürrenmatt,
Borchert, Nosack, Brussig, schrieb Kritiken, Lyrik, Essays,
Romane und Kurzgeschichten. Seine bekanntesten Werke: »Vaizdas
iį menulį (Ansicht des Mondes, 1989), »Laba diena, pone
Enrike!« (Guten Tag, Herr Enrikas, 1996) und »Menestreliai
maksi paltais« (Minnesänger in Maxi-Mänteln, 1996), »Glisono
kilpa« (Die Glisonschleife, 1991), »Tula« (Tula, 1993), »Blanchisserie
arba Žvėrynas-Užupis« (Blanchisserie oder Von Žvėrynas nach
Užupis, 1997), »Kilnojamosios Rentgenostotys« (Mobile
Röntgenstationen, 1998), »Bilė ir kiti« (Bilė und andere,
2002). Jurgis Kunčinas starb am 13. Dezember 2002 im Alter
von 55 Jahren in Vilnius.
»Jurgis Kunčinas, einer der besten Erzähler Litauens
[...] So ironisch-spielerisch wie er treibt keiner seine
Geschichten voran.«
Uschi Neuhauser, Stern vom 26.09.2002 |
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