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Alfred Fries
Einstellungen und
Verhalten gegenüber körperbehinderten Menschen – aus der Sicht
und im Erleben der Betroffenen
(Lehren und Lernen mit behinderten Menschen, Bd.
10)
1. Aufl. 2005, 396 Seiten, Format 23,5 x 15,8 cm
ISBN 978-3-89896-212-4, Broschur, 34,50 Euro, 59,00 sFr
Best.-Nr. 212
Der vorliegende Band widmet sich einer
Fragestellung, die zwar im theoretischen und praxisbezogenen
Kontext der Heil- bzw. Sonderpädagogik von jeher eine bedeutsame
Rolle gespielt hat, die aber durch Entwicklungen, die mit dem
Begriff »(neue) Behindertenfeindlichkeit« gekennzeichnet werden
können, große Aktualität, gesellschaftliche Brisanz und damit
auch hohe wissenschaftliche Relevanz gewinnt: die Frage nach den
Einstellungen und dem Verhalten gegenüber behinderten Menschen.
Mit einem Perspektivenwechsel im Vergleich zum
bisherigen Fokus empirischer Forschung in diesem Bereich richtet
sich das besondere Interesse des Autors nicht darauf, wie
nichtbehinderte Menschen behinderte Menschen wahrnehmen und
erleben und sich ihnen gegenüber verhalten, sondern wie Menschen
mit körperlicher Behinderung die Einstellungen und das Verhalten
Nichtbehinderter perzipieren, erleben, bewerten und damit
umgehen.
In dieser Zielsetzung und ihrer empirischen
Einlösung durch die Verwendung quantitativer und qualitativer
Forschungsmethoden liegt ein wichtiges innovatives und
originäres Moment der vorliegenden Arbeit, die einen bedeutsamen
Beitrag zur empirischen Heil- bzw. Sonderpädagogik, insbesondere
zur heil- bzw. sonderpädagogischen (Sozial)Psychologie,
leistet. Die zentralen Ergebnisse werden in ihrer Relevanz vor
allem unter bezug auf die Coping-Forschung unter dem Aspekt
»gesellschaftliche Diskriminierung und Coping« erörtert. Dieser
Bezug ist in dieser umfassenden und systematischen Form bisher
noch nicht Gegenstand heil- bzw. sonderpädagogischer Forschung
geworden, zumindest nicht im deutschsprachigen Raum. Vor dem
Hintergrund des bisherigen Forschungsstandes und der neu
gewonnenen Ergebnisse werden Vorschläge für konkrete Maßnahmen
mit dem Ziel eines Abbaues von Diskriminierung und der
Entlastung der Interaktion zwischen behinderten und
nichtbehinderten Menschen entwickelt.
»Fragen der Einstellungen und des Verhaltens
gegenüber Menschen mit Körperbehinderungen aus ihrer eigenen
Perspektive sind in der bisherigen Literatur noch nicht so
differenziert und umfassend untersucht und dargestellt worden.
So kann das vorliegende Werk ohne Einschränkung empfohlen werden
[...].«
Reinhard Lelgemann, vds Mitteilungen (NRW) 4/2005
»In der umfangreichen Forschungsstudie greift
Alfred Fries die wichtige und im deutsprachigen Raum bislang
kaum erforschte Frage auf, wie Menschen mit einer körperlichen
Behinderung die Einstellungen und Verhaltensweisen nicht
behinderter Menschen ihnen gegenüber wahrnehmen, erleben und
bewerten, wie sie mit belastenden Ereignissen gesellschaftlicher
Diskriminierung umgehen und ›welche Verarbeitungsstrategien sie
einsetzen, um Probleme dieser Art möglichst erfolgreich zu
bewältigen‹ (S. 14). Dazu lässt er in der breit angelegten, in
ihrer Gründlichkeit und Systematik beeindruckenden Befragung
körperbehinderte Jugendliche und Erwachsene selbst zu Wort
kommen. […] Die Studie von Alfred Fries verdient unter
verschiedenen Gesichtspunkten hohe Beachtung. In dem von ihm
entwickelten Interviewkonzept werden qualitative und
quantitative Fragenelemente so kombiniert, dass die befragten
körperbehinderten Personen für die ›problemzentrierte‹
Darstellung ihrer Erfahrungen und Meinungen hinreichend Raum
haben und sich als ›Gefragte‹ ernst genommen fühlen können. […]
Die Studie fasst den aktuellen Kenntnisstand zum Verhältnis (körper-)behinderter
und nicht behinderter Menschen in einer vorzüglich lesbaren
Weise zusammen, erweitert den spezifischen Forschungsstand um
die Sicht- und Umgehensweisen von körperbehinderten Menschen mit
entsprechenden sprachlich-reflexiven Kompetenzen und bereichert
das forschungsmethodische Instrumentarium in diesem Feld mit
einem innovativen, originellen Ansatz. Deshalb und wegen seiner
großen gesellschafts-, sozial- und bildungspolitischen Relevanz
ist das Buch einem großen Leserkreis nicht nur in der
Körperbehindertenpädagogik, sondern in der Heil- und
Sonderpädagogik generell wie auch in der (Sozial-)Psychologie
und Sozialpädagogik nachdrücklich zu empfehlen.«
Zeitschrift für Heilpädagogik, November 2006
»Alfred Fries legt Ergebnisse aus einer breit
angelegten Studie vor, die die Diskriminierung körperbehinderter
Menschen in das Zentrum rückt und das Erleben und Wahrnehmen
dieser Menschen fokussiert. Dabei werden die Erkenntnisse im
Kontext der ›Bewältigungsforschung‹ diskutiert und die
Auswirkungen von Vorurteilen und Stigmatisierungen auf die
individuelle, persönliche Ebene des Menschen bezogen
reflektiert. Der Band liefert einen zusammengefassten Überblick
zur Diskussion um Behinderung und Diskriminierung bzw. ›Coping‹
vor allem aus einer (sozial-) psychologischen Sicht. Auf der
Basis der dargestellten Untersuchung werden die vielfältigen
Erlebnisweisen von Diskriminierungen und mögliche
›Bewältigungsstrategien‹ sichtbar.«
Kerstin Ziemen, Erziehungswissenschaftliche Revue 6 (2007),
Nr. 5 |
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