| Marthia Doerk Die
Welt reibt sich an mir
Gedichte aus Worten wie Berührungen
1. Auflage 1998, 72 Seiten m. 4 Abb., Format 21 x 13 cm
ISBN 978-3-932740-22-0, Broschur, 11,90 Euro, 21,00 sFr
Best.-Nr. 22
Auf den ersten Blick erscheinen Marthia Doerks Gedichte nicht so leicht zugänglich,
eher spröde als gefällig vielleicht, da sie vordergründig nur schwer gängigen
formalen Kriterien entsprechen. Bei näherem Hinsehen wird man jedoch zutiefst berührt
von der klaren, expressiven Sprache, die Ängste und Zweifel beschreibt, eigenen
Ansprüchen und denen anderer nicht zu genügen. Dabei geht es oft um die eigene Rolle als
Frau, um die »haßgeliebte Weiblichkeit«, die als enorme Energie, aber in ihrer
Vielschichtigkeit auch als große, manchmal scheinbar erdrückende Verantwortung begriffen
wird. Das Wissen um die Polarität von Leben und Tod, Jugend und Vergänglichkeit, Nähe
und Einsamkeit, Glück und Schmerz macht den Reiz der Texte aus, die einfühlsam auch die
dunklen Stimmungen auffangen und widerspiegeln, ohne sich darin zu verlieren. So wird
Schwermut nicht zur Mutlosigkeit, und Selbstzweifel münden nicht in Verzweiflung
vielmehr entdeckt man, daß die Auseinandersetzung mit ihnen erst die Möglichkeit birgt,
neue Wege zu beschreiten. |
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