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Peter Schwanz
Wechselbilder
Gedichte
1. Auflage 2005, 156 Seiten, Format 21 x 13 cm
ISBN 978-3-89896-230-8, Broschur, 14,90 Euro, 26,50 sFr
Best.-Nr.
230
Schon wer die »Titel« der Gedichte von Peter Schwanz
aufmerksam liest, erkennt darin zunächst die leise
Melancholie, die seine Auseinandersetzung mit existenziellen
Fragen zu prägen scheint: Ebenso wie göttliche Schöpfung in
allem aufleuchtet, sind doch auch Tod und Vergehen
allgegenwärtig; jedes Aufeinanderzugehen bedeutet
gleichzeitig auch Trennung und Abschied. Aber diese
Melancholie ist keine resignative; gerade das Wissen um
Endlichkeit und Verlust wird Quelle sinnvollen Erlebens:
Erst wer den unvermeidlichen Herbst kennt, kann den Frühling
schätzen; Nähe wäre wertlos ohne die Existenz der Fremdheit;
Glück kann nur empfunden werden durch die Möglichkeit des
Leids. Diese Polarität bestimmt die Wahrnehmung des eigenen
menschlichen Seins, seiner Schwächen und Stärken, Trauer und
Kraft. Erst durch das Vergehen ermöglicht sich Werden, und
erst durch die Endlichkeit können unendlich gültige Spuren
gesetzt werden. – Diese Sichtweise zeigt die Nähe des Autors
zu Rilke oder auch Aichinger und Woolf; nicht von ungefähr
setzt er sich bei einigen Gedichten mit Textfragmenten
dieser Autoren auseinander bzw. nimmt sie als Anstoß. – Auch
formal zeigt sich vor allem eine allerdings bloß gebrochene
Nähe zu Rilke: Der Großteil der Gedichte steht in der
Tradition des seine klassische Form überwindenden Sonetts,
mutet durch Reim und metaphernreichen Sprachfluß fast
musikalisch an und entwickelt eine unverkennbar eigene,
klangvolle Sprachmelodie.
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