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Kirsten Winderlich
Die Stadt zum Sprechen
bringen
Sprachwerke im öffentlichen Raum –
Performative Annäherungen
(Artificium – Schriften zu Kunst und Kunstvermittlung,
herausgegeben von Kunibert Bering, Bd. 22)
1. Auflage 2005, 332 Seiten mit 92 schwarz-weißen Abb., Format 23,5 x
15,8 cm
ISBN 978-3-89896-234-6, Broschur, 34,50 Euro, 59,00 sFr
Best.-Nr. 234
Neben Texten, die informieren, für Werbung eingesetzt
werden oder als Leitsystem fungieren, fallen heute noch
andere Formen von Text im Stadtraum auf, und zwar Texte, die
sich in Fassaden und Mauern einfügen, integraler Bestandteil
der Architektur und des öffentlichen Raumes sind. Das
Besondere dieser Sprachwerke ist, dass diese nicht auf rein
visuellem Wege zu erschließen sind, sondern von ihren
Betrachtern eine Bewegung und damit eine
körperlich-sinnliche Beteiligung beim Lesen einfordern. Die
Sprachwerke oszillieren zwischen ortsbezogenem Werk und
raumkonstituierender Aufführung, in der die Präsenz der
Menschen, die Wahrnehmung und Erfahrung der Vorübergehenden
auf besondere Weise Teil der Sprachwerke und damit zu einem
bewusst erlebten Geschehen des öffentlichen Raumes werden.
Für die Untersuchung der Sprachwerke und ihres
Wirkungspotentials hat Kirsten Winderlich ein induktives,
ästhetisch-qualitatives und künstlerisches Verfahren
entwickelt. Dieses Verschriftlichungsverfahren, das sich
medialer Montageverfahren bedient, hat die Autorin
exemplarisch an Kunstwerken und Orten in Berlin angewendet.
Das Ziel war, mit Hilfe der Verschriftlichungsprozesse,
gekoppelt an Fotografie, Zeichnung und Inszenierung, ein
selbstreflexives und epistemisches Schreiben zu entwickeln,
das das komplexe ästhetische Erfahrungspotential, das
Performative der Sprachwerke greifbar macht. Die Methoden
nehmen hierbei Schritt für Schritt die bereits erfahrene und
greifbar gemachte Struktur der Sprachwerke auf. Sie bilden
ein Äquivalent zum Aufführungscharakter der Sprachwerke.
Dieses Vorgehen knüpft an den aktuellen Diskurs der
Kunstpädagogik an, Forschungsmethoden zu entwickeln und zu
erproben, die ästhetische Erfahrungs- und Bildungsprozesse
rekonstruieren und kommunizierbar machen.
»Thema des Buches ist die Frage, wie solche Sprachwerke
im öffentlichen Stadtraum unter subjektiven und
performativen Vorzeichen kunstwissenschaftlich untersucht
werden können. An dieser Stelle kommt auch die aktuelle
Kunstpädagogik ins Spiel. Denn für sie sind
subjektiv-ästhetische sowie prozessuale Verfahren der
Werkanalyse zentral. Und hier wiederum sind Verbindungen
zwischen künstlerischen, etwa kartografischen
Herangehensweisen und an vorwissenschaftlichen
Alltagserfahrungen orientierte Methoden, verbunden mit
wissenschaftlichen Erkenntnisformen von Bedeutung [...].
Kern des Buches ist die Entwicklung einer vielschrittigen
Untersuchungsmethode, die mit ›Annäherung‹, ›Sequenzen‹,
›Montagen‹ und ›Differenzen‹ benannt wird und die sehr
überzeugend an drei künstlerischen Sprachwerken [...]
exemplarisch vorgestellt und präzisiert wird. Hierbei sind
nicht nur die subjektiven und aufgezeichneten
Rezeptionsprozesse der Autorin berücksichtigt, sondern auch
die zufällig ausgewählter Passanten. Neben unterschiedlichen
Sprach- und Textformen wird die Fotografie überzeugend
genutzt, um sehr differente Rezeptionsprozesse festzuhalten
und zu interpretieren. Die Übertragung auf andere (Kunst)Werke,
deren zentrale Kategorien Raum, Sprache und Ereignis sind
[...], ist ersichtlich, wodurch dieser hervorragenden,
innovativen Arbeit von Kirsten Winderlich eine wegweisende
Bedeutung sowohl in kunstwissenschaftlicher als auch in
kunstpädagogischer Hinsicht zukommt.«
Georg Peez, BDK Rundbrief NRW, März 2006
»Eingebettet in einen theoretischen Rahmen, der die
Sprachwerke in einen kunst- und rezeptionsgeschichtlichen
Kontext einfügt, ist der Autorin nicht nur eine intensive
Auseinandersetzung mit einem bisher nur wenig erschlossenen
Kapitel aktueller Gegenwartskunst, sondern auch eine
überzeugende Methode für eine erweiterte kunstpädagogische
Praxis geglückt.«
Robert Uhde, kulturpolitische mitteilungen 113, II/2006
»Das Buch ist nicht nur wegen seines Inhalts zu
empfehlen. Es ist ausgesprochen gut redigiert sowie
übersichtlich und anschaulich gestaltet, was für eine
wissenschaftliche Arbeit nicht immer selbstverständlich ist.
Die Lektüre macht aus diesen Gründen einfach Spaß.«
Klaus-Peter Busse, Kunst+Unterricht 304/305/2006
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