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Thomas Eicher, Paul Michael Lützeler, Hartmut Steinecke (Hgg.)
Hermann Broch
Politik, Menschenrechte –
und Literatur?
(Übergänge • Grenzfälle. Österreichische Literatur in
Kontexten, herausgegeben von Thomas Eicher, Fritz Hackert
und Bernd Hamacher, Bd. 11)
1. Auflage
2005, 300 Seiten, Format 21 x 14 cm
ISBN 978-3-89896-236-0, Broschur, 29,50 Euro, 50,00 sFr
Best.-Nr.
236
Der jüdisch-österreichische Schriftsteller und Exilautor
Hermann Broch (1886-1951) war nie ein Publikumsliebling, ein
typischer Schulautor oder eine Figur nationaler
Repräsentanz. Aber er zählt mit seinen Romanen zu den
international renommiertesten Autoren der klassischen
Moderne. Darüber hinaus war er an Diskursen wie
Postkolonialismus, Menschenrechte, Globalisierung
vor-denkend beteiligt. Broch hat ein beachtliches Werk an
politischen und massenpsychologischen Schriften
hinterlassen, in denen es um eine ethische Neubegründung der
Menschenrechte geht, z. B. den Entwurf eines »Gesetzes zum
Schutz der Menschenwürde« und das Plädoyer für einen
Internationalen Gerichtshof der UNO. Er war von der
universellen Gültigkeit der Menschenrechte überzeugt, und
seine Stimme sollte heute angesichts der Relativierung
dieser Position nach wie vor gehört werden. Seine politische
Kritik, wie er sie in Romanen und theoretischen Schriften
äußert, ist auch ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod
aktuell. Broch lesen heißt, mit den Problemen unserer Zeit
konfrontiert zu werden, mit Fragen der ethischen, religiösen
und mythischen Grundlegung unserer Kultur wie auch mit den
komplexen menschlichen Beziehungen, die von den
intim-privaten bis zu den öffentlich-globalen reichen.
Die Beiträge:
Michael Kessler: Hermann Broch – Menschenrecht, Demokratie
und Toleranz
Hartmut Steinecke: Menschenrecht und Judentum bei Hermann
Broch vor und nach der Shoah
Thomas Hollweck: Gedanken zu einem Briefwechsel zwischen
Hermann Broch und Eric Voegelin zur Menschenrechtsfrage
Gunther Martens: Hermann Broch – Ethik der Erzählform
Paul Michael Lützeler: Hermann Broch, Max Weber und
Bismarck: Die Polenfrage im Pasenow
Alice Stašková: Das Werk als Opfer. Zur Ethik der Ästhetik
in der Romantrilogie Die Schlafwandler
Markus Pissarek: Hermann Brochs Verzauberung:
Decouvrierung nationalsozialistischer Ideologie
Barbara Picht: Vom Wandel des wissenschaftlichen
Selbstverständnisses Hermann Brochs im Exil
Thomas Borgard: Planetarische Poetologie. Die symptomatische
Bedeutung der Masse im amerikanischen Exilwerk Hermann
Brochs
Gesa von Essen: Hermann Brochs Ideen zur Reform der
Universitäten
Jürgen Heizmann: Dichtung versus Imperium in Brochs Tod
des Vergil
Esther V. Schneider Handschin: Politisch-Juristisches in
Hermann Brochs Die Schuldlosen
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