Heinz Schurad u. a.
Curriculum Sachunterricht für die Schule für
Geistigbehinderte
(Lehren und Lernen mit behinderten Menschen,
Bd. 4)
2. überarb. u. erw. Aufl. 2006, 164
Seiten, Format 21 x 14 cm
ISBN 978-3-89896-246-9, Broschur, 14,50 Euro, 26,00 sFr
Best.-Nr. 246
Der didaktische Anspruch der Schule für Geistigbehinderte
gründete bislang auf ein wenig differenziertes und
legitimiertes Fachunterrichtssystem, speziell im Bereich des
Sprach- und Sachunterrichts. Projektorientierter und
vorhabenbezogener Unterricht unterstützte eher eine
pragmatische Vorgehensweise, die einer näheren
fachdidaktischen Begründung nicht bedurfte.
Länderspezifische Einstellungsverfahren für Lehrer tragen –
speziell in Bayern – immer noch dazu bei, diese Problematik
zu verschärfen. So fehlt der Schule für Geistigbehinderte
eine grundsätzliche Ausrichtung auf ein themengeleitetes,
Sachbereiche der Alltagswelt kundig erschließendes, eher
fachgebundenes Allgemeinbildungsangebot, das ihren Auftrag
für die Bildung der SchülerInnen mit geistiger Behinderung
legitimiert.
Hier möchte das von einem Team der Maximilian-Kolbe-Schule
(Schule für Geistigbehinderte und Körperbehinderte in
privater Trägerschaft) erstellte Kerncurriculum für den
Sachunterricht Abhilfe schaffen und die Konzeption eines
ehemals so genannten Lebenskundlichen Unterrichts
weiterentwickeln. So soll mit dieser Veröffentlichung zum
einen die Bedeutung dieses Faches betont und ein Anstoß in
Richtung einer zunehmend didaktisch-methodisch umfassenderen
Differenzierung und Systematik gegeben werden. Zum anderen
soll den vielen KollegInnen, die als Fachlehrer und
Sonderschullehrer mit geistig- und mehrfachbehinderten
Menschen arbeiten, im Rahmen eines Gesamtcurriculums eine
teilcurriculare Hilfe für die Konzeption und Planung von
Unterricht angeboten werden.
Auch im gemeinsamen Unterricht kann die in Anlehnung an den
Sachunterricht der Grundschule entwickelte
Curriculum-Konzeption den dort unterrichtenden Kolleginnen
und Kollegen wertvolle Hilfen bieten.
Hierzu können die im Buch vorgestellten stufenbezogenen
Tabellen »Verbindliche Themen für den Sachunterricht« –
ergänzt um Tabellen für eine ganze Lerngruppe/Klasse – als
›elektronische Formulare‹ (word für windows) mit den
entsprechenden Formularfeldfunktionen und der Möglichkeit
der individuellen Erweiterung auf CD-ROM zum Preis von 8,50
Euro bezogen werden (ISBN 978-3-89896-247-6, Best.-Nr. 247).
»Das Buch bietet einen gut strukturierten Überblick über
Ziele, Inhalte und konkrete Themenvorschläge sowohl für die
Arbeit in der Schule für geistig Behinderte als auch für die
Arbeit in kooperativ und integrativ konzipierten
Grundschulklassen. Besonders der zweite Teil des Buchs
widmet sich ausführlich den konkreten Unterrichtsinhalten
und gibt der Lehrkraft eine gute und leicht handhabbare
Hilfe bezüglich Themenfindung und Stufenorientierung. Ein
angefügtes Beispiel gibt zudem Impulse für die
stufenorientierte Bearbeitung eines Themas im Sinne eines
Spiralcurriculums.«
Geistige Behinderung 4/04
»Dieses Buch ermöglicht eine fundierte Auseinandersetzung
mit dem Sachunterricht an Schulen für Geistigbehinderte und
bietet wertvolle praktische Hilfen für die
Unterrichtsplanung. Nach einer umfassenden theoretischen
Einführung in die ›Sache‹ des Sachunterrichts an sich,
werden Besonderheiten für den Sachunterricht an Schulen für
Geistigbehinderte herausgearbeitet. Es wird Wert darauf
gelegt, dass der Unterricht sich am Alter und der
Entwicklung der Schülerinnen und Schüler mit einer geistigen
Behinderung orientiert. Im Sinne eines Spiralsystems sollen
die verschiedenen Sachbereiche vom Kinder- bis ins Jugend-
und Erwachsenenalter weitergeführt werden. Das Buch leistet
wichtige Hilfestellung zum sinnvollen Aufbau solch eines
spiralförmigen Curriculums.«
B. Bauer, lehrerbibliothek.de 4/06
»Schule,
Lehrplan, Erwachsene, Kinder: sie alle haben eine
unterschiedliche Antwort auf die Frage danach, was Sache
ist. Schurad entfaltet die Aspekte dieser Redewendung
differenziert und systematisch. Dabei gelingt es ihm
nachvollziehbar, die Leser von der Notwendigkeit zu
überzeugen, den Anschluss an den fachdidaktischen Diskurs
herzustellen. […] Nach der Lektüre des Buchs wird ›die
Tatsache, dass nur 101 Schüler (von immerhin 3076 in der
Werkstufe, KK) ihren Schulweg selbstständig bewältigen‹ zum
Anlass, an Schulen gemeinsam und pädagogisch klug darüber
nachzudenken, was Sache ist. Darin liegt der für mich
wichtige Impuls von Schurads lesenswertem Buch.«
Geistige Behinderung 1/07