ATHENA Verlag - Rolf Duscha

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Tomas Lehmann (Hg.)

Wunderheilungen in der Antike

Von Asklepios zu Felix Medicus

Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung der Humboldt-Universität zu Berlin und des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité im Berliner Medizinhistorischen Museum, 10. November 2006 – 11. März 2007

1. Auflage 2006, 140 Seiten mit 37 farbigen und 92 schwarz-weißen Abbildungen, Format 23,5 x 19 cm, inkl. interaktive CD-ROM »Das Pilgerheiligtum des Felix Medicus in Cimitile«
ISBN 978-3-89896-270-4, Broschur, 18,00 Euro, 32,00 sFr

Best.-Nr. 270

Wie heute Pilger ihre Schritte nach Altötting, Lourdes oder Santiago de Compostella lenken, so unternahmen Heilungssuchende in der griechisch-römischen Antike Wallfahrten in die Kultzentren des Asklepios. Sie unterwarfen sich einem Ritual, dessen zentrale Elemente Waschungen, Fasten, Heilschlaf und Votivpflicht waren. Nicht selten erlebten die Pilger wundersame Heilungen.
Asklepios war eine schillernde Figur. Homer beschrieb ihn um 800 v. Chr. als Stammesfürsten, Krieger und Arzt. In Nordgriechenland verehrten ihn die Menschen zunächst als lokalen Heilheros. Bald schon in der Legende zum Halbgott aufgestiegen, entwickelte er sich zur antiken Heilgottheit schlechthin. Seine Heiligtümer waren über den gesamten Mittelmeerraum verteilt.
Nachdem das Christentum am Ende des 4. Jahrhunderts zur Staatsreligion erhoben worden war, hatte das religiöse Bezugssystem zwar gewechselt, doch die religiös grundierten Heilformen blieben erhalten. Viele Heiligtümer behielten ihre Funktion bei, allerdings unter anderen Vorzeichen. Tempel wurden durch Kirchenbauten ersetzt. An die Stelle der antiken Gottheiten traten christliche Heilige, denen ähnliche Heilkräfte zugeschrieben wurden. Zu ihren Verehrungsstätten pilgerten fortan viele Kranke in der Hoffnung auf Heilung. Das Heiligtum über dem Grab des heiligen Felix in Cimitile/Nola, etwa 20 km nordöstlich von Neapel gelegen, gehörte zu den bedeutendsten christlichen Wallfahrtsstätten der Spätantike. Der hier verehrte Felix wurde zu jenen Heiligen gezählt, denen auf dem Gebiet der Gesundheit und Heilung besondere Kräfte zugesprochen wurde.

Die Ausstellung »Wunderheilungen in der Antike – Von Asklepios bis Felix Medicus« im Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité (10.11.2006–11.03.2007) macht anhand vielfältiger, teilweise erstmals öffentlich präsentierter Originalobjekte aus Antike, Mittelalter und Neuzeit sowie mittels virtueller Rekonstruktionen die Transformation dieser Heilkulte in eindrucksvoller Weise anschaulich.
Die Beiträge in dem als Begleitbuch zur Ausstellung erscheinenden gleichnamigen Band eröffnen unter anderem Perspektiven auf die historischen, mythologischen und kulturellen Folien dieser Heilkulte:

Heil und Heilung in der Spätantike von Christoph Markschies; Einführung in den Asklepioskult, Der mythische Horizont, Die Ausbreitung des Asklepioskultes, Der frühe Kulthorizont, Epidauros und seine Filialheiligtümer, Typologie und Kultpraxis, Der zentrale Ritus der Inkubation von Jürgen W. Riethmüller; Ein inschriftlicher Kurbericht aus Epidauros von Tomas Lehmann; Der Traum vom guten Arzt: Zur Konstruktion eines Idealbildes im antiken Asklepioskult von Thomas Schnalke; Asklepios auf antiken Münzen in Epidauros, Athena und Pergamon von Bernhard Weisser; Die Christianisierung des Asklepios-Heiligtums in Athen, Wunderheilungen in der Spätantike, Das spätantike Pilgerheiligtum des hl. Felix in Cimitile, Felix Medicus, Die Wunderheilung des Theridius am Pilgerheiligtum des hl. Felix, Die Inkubation in Spätantike und Mittelalter von Tomas Lehmann.

»Was hier an Information, Bildmaterial und Sachkenntnis geboten wird, ist unglaublich. Mit diesem 138 Seiten starken Büchlein erhält der Leser einen Überblick zunächst über den klassischen Asklepioskult, seine Inhalte, seine Ausbreitung und seine Kultpraxis. Neben dem Basiswissen wird zusätzlich Amüsantes aus dem Alltag von Asklepiosheiligtümern geboten. Man entdeckt zahlreiche Heilungsberichte in Übersetzung und mit Kommentar. […] Alles in allem kann man ›Wunderheilungen in der Antike‹ nur empfehlen. Natürlich wäre der darin abgedruckte numismatische Artikel schon fast allein das Geld wert gewesen. Doch dazu noch die vielen hervorragenden Hintergrundinformationen!«
MünzenRevue 2/2007

Tomas Lehmann (Hg.): Wunderheilungen in der Antike
 

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