Peter Schwanz
Herbergen anderer Stille
Nachgelassene Gedichte, Teil I
1. Auflage 2008, 156 Seiten, Format 21 x 13 cm
ISBN 978-3-89896-313-8, Broschur, 12,90 Euro, 23,00 sFr
Best.-Nr. 313
In dem vorliegenden Gedichtband von Peter Schwanz findet sich
Lyrik, die in einem Zeitraum von mehr als fünf Jahrzehnten
entstanden ist. Das Erstaunliche ist, dass man den Gedichten
diese teilweise enorme zeitliche Entfernung zunächst kaum
anmerkt – sowohl die 40 Jahre zurückliegenden als auch die
neueren Datums thematisieren existenzielle Grundfragen: Fragen
nach dem Sein in der Innensicht und im Wechselspiel mit der
umgebenden Natur, dem göttlichen wie dem menschlichen Gegenüber.
Werden und Vergehen im Zeitenlauf, Demut vor der
Schicksalhaftigkeit und gleichzeitiges Erkennen der
Eigenverantwortlichkeit. Die leise Melancholie, die die Gedichte
durchzieht, ist dabei nicht von Pessimismus und Weltschmerz
geprägt, sondern eher als tiefe Nachdenklichkeit zu sehen, die
den Leser anrührt und bewegt.
Diese Emotionalität entsteht auch durch Schwanz’ sinnliche,
bildreiche, fast musikalisch anmutende Sprache, für die er
häufig das Sonett als Rahmen wählt, das nicht ohne Grund auch
als »Klanggedicht« bezeichnet wird. Wie virtuos er dabei mit
Sprachmelodien umgeht, zeigt sich vor allem, wenn Schwanz ältere
Gedichte noch einmal aufgreift, zuweilen bloß leicht bearbeitet
oder modifiziert; manchmal sind es nur Nuancen, eine veränderte
Zeile, eine andere Betonung; und plötzlich verändert sich der
Schwerpunkt – und die zeitlich bedingten Unterschiede werden
deutlich: dem Überschwang der Gefühle, der Inbrunst, die die
Melancholie der Jugend durchzieht, tritt ein weiser Unterton
entgegen, eine gewisse Wehmut, aber auch kraftspendende Ruhe.