1. Auflage 1998, 244 Seiten, Format 21 x 14 cm
ISBN 978-3-932740-32-9, Broschur, 25,50 Euro, 44,00 sFr
Best.-Nr. 32
Ein besonders wichtiger Aspekt bei der Redewiedergabe sind die redeeinleitenden Verben,
mit deren Hilfe Interpretationen, Bewertungen und Akzentuierungen jeglicher Art von seiten
des Sprechers der Sekundäräußerung vorgenommen werden können, denn die Wahl der
redeeinleitenden Verben ist weitgehend dem Belieben dieses Sprechers überlassen;
d. h. er legt fest, welches Verb er nehmen möchte bzw. wie er die wiedergegebene
Äußerung interpretiert haben möchte. Hierbei sind auch viele Möglichkeiten zur
Manipulation gegeben. Dieser Tatbestand ist nicht nur für einzelsprachliche, sondern auch
für kontrastive Sprachanalysen von großem Interesse, z. B. für den
muttersprachlichen Unterricht, für die Fremdsprachendidaktik (Fremdsprachenunterricht),
für die Übersetzungswissenschaft, für den Pressebereich (Nachrichtensprache,
Journalistik).
Das Ziel der vorliegenden Untersuchung ist daher, die Funktion und Bedeutung einiger
redeeinleitender Verben wie sagen (söyle-, de-), behaupten (iddia et-), erzählen
(anlat-) sowie einiger vergleichbarer Verben wie glauben (inan-) oder meinen
(san-) im Deutschen und Türkischen zu analysieren. Die in dieser Arbeit angewandte
Methode ist im großen und ganzen die einer Distributionsanalyse. Die untersuchten Verben
wurden sowohl unter syntaktischen wie unter semantischen Aspekten analysiert (z. B.
mögliche syntaktische Umgebungsstrukturen; Bedeutungen der Verben in Abhängigkeit von
der syntaktischen Umgebung sowie vom Kontext und von der Textsorte). Dabei wird z. T.
auch auf die Homonyme der einzelnen Verben und ihre türkischen Entsprechungen
eingegangen. Weiterhin werden Phraseologismen, die mit den einzelnen Verben gebildet
werden und ihre Entsprechungen im Türkischen behandelt.