Lukas Glajc
Verlust des Negativs
Eine kulturphilosophische Reflexion über die
Fotografie
(Beiträge zur Kulturwissenschaft, Bd. 12)
1. Auflage 2008, 104 Seiten, Format 21 x
14 cm
ISBN 978-3-89896-327-5, Broschur, 14,50 Euro, 26,00 sFr
Best.-Nr. 327
Die geschichtliche Zeit des fotografischen Negativs neigt
sich – nicht nur aufgrund technischer Entwicklungen in der
Fotografie – fast unbemerkt dem Ende entgegen. Aber auch in
den vergangenen Jahrzehnten, in denen es millionenfach als
notwendige Vorstufe für die erwarteten Positiv-Abzüge
existierte, wurde es schon nicht wahrgenommen. Als ein
›Nebenprodukt‹ des fotografischen Aufnahmeprozesses
behandelt, war das entwickelte Negativbild in Wahrheit
jedoch dessen Herzstück. In der Materialgeschichte wird es
deshalb seinen unanfechtbaren Stellenwert wohl behaupten
können. Es wird immer als das ursprünglichere Fotomaterial,
als das Unikat oder gar als die Signatur des Fotografen
gelten.
In der vorliegenden Studie wird versucht, die
ideengeschichtlichen Pulsadern dieses materiellen Herzstücks
der Fotografie nachzuzeichnen. Vom technischen Begriff des
›Negativs‹ ausgehend, eröffnet der Autor allmählich eine
kulturkritisch-philosophische Sicht auf das Thema. Damit
wird auch aufgezeigt, was das Verschwinden des Negativs aus
dem alltäglichen Gebrauch, aus dem Sprachgebrauch und
folglich aus dem gesellschaftlichen Bewusstsein
signalisieren kann.