1. Auflage 1999, 144 Seiten, Format 21 x 13,8 cm
ISBN 978-3-932740-36-7, Broschur, 12,90 Euro, 23,00 sFr
Best.-Nr.
36
Faschismus, schwelender Rechtsradikalismus, Diktatur,
Bürgerkrieg, Vertreibung, das alles sind für den
Nicht-Betroffenen Schlaglichter der Nachrichten, die im besten
Fall kurz aufhorchen lassen, Mitgefühl erzeugen, aber nicht
wirklich begreifbar sind und daher auch schnell wieder
vergessen bzw. verdrängt werden.
Heinrich Schneeweiß führt in seinen Erzählungen und
Prosa-Stücken sehr wirkungsvoll vor, was ›weltpolitische‹
Entscheidungen und Beschlüsse eigentlich für den einzelnen
Welt-Bürger bedeuten. Ob es dabei um Bomben-Tests,
Friedensverhandlungen, Unterdrückung in Nah- und Fernost oder
Technik- und Fortschrittshörigkeit im Westen geht, immer steht
im Mittelpunkt der Geschichten eine einzelne Person, die in
einem scheinbar alltäglichen und banalen Kontext gezeigt wird.
Dabei entwickelt sich in diesen kurzen ›Schnappschüssen‹ eine
zeitgeschichtliche Bestandsaufnahme, die zeigt, wie wichtig
auf der einen Seite ganz persönliches Verantwortungsgefühl,
Würde und Mut sind, aber auch wie wichtig parallel dazu
gegenseitige Achtung, Toleranz und Akzeptanz für ein
friedvolles Miteinander sind.
Gerade in den Erzählungen, die fernöstliche Sagen und
Legenden aufgreifen, und in den Prosa-Stücken, die radikal mit
Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz abrechnen, zeigt der
Autor, wie fruchtbar und inspirierend auch die
Auseinandersetzung mit vermeintlich fremder Kultur und
Andersartigkeit sein kann. Diese Geschichten verstehen es,
einerseits durch ihre mystischen Bilder zu verzaubern, sind
aber auch andererseits zutiefst bewegend durch ihren dahinter
verborgenen Ruf nach Menschlichkeit.