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Kristian Rotter
Oberstaufener Schrift
Ein Lesebuch
1. Auflage 2009, 116 Seiten,
Format 21 x 13 cm
ISBN 978-3-89896-377-0, Broschur, 12,90 Euro, 23,00 sFr
Best.-Nr. 377
Die »Oberstaufener Schrift« ist ein sehr persönliches
Buch: Die Texte sind alle im Zusammenhang mit dem Tod der
Mutter Kristian Rotters entstanden. Und so muten die
»Aufzeichnungen« im ersten Teil fast wie Tagebucheinträge
an, in denen Gedanken, aktuelle Eindrücke und Begegnungen,
aber auch Auseinandersetzungen mit Zurückliegendem scheinbar
unzusammenhanglos aufeinander folgen.
Und doch ist schon bald in dieser anscheinend willkürlichen
Aneinanderreihung die Wandlung der Trauer wie ein roter
Faden erkennbar, ja fast körperlich spürbar: Bohrt sie sich
zu Beginn in fast jeden Gedanken, stehen Schmerz und auch
Wut über den Verlust im Vordergrund, so nimmt allmählich die
liebevolle Erinnerung und Dankbarkeit für das Gewesene den
größeren Raum ein.
Die Textfragmente werden klarer, wieder länger – der Tod
wird als Chance für die Auseinandersetzung mit dem eigenen
Leben, mit Möglichkeiten, aber auch Verpflichtungen
begriffen. Am Ende stehen (auch übersetzte) Passagen in
fremden Sprachen, die von Rotters Leidenschaft für Natur,
alte Kultur und Kunst erzählen – dieses innere Bedürfnis des
Autors, in extremen Lebenssituationen in andere Sprachen zu
wechseln, birgt nicht nur die Möglichkeit neue
Ausdrucksformen zu schaffen, sondern erzeugt auch eine
gewisse heilsame Distanz.
So kann letztlich im autobiographischen Essay »Geliebte
Mutter Gottes« manchmal schon fast humorvolle Rückschau auf
von unglücklichen Lieben geprägte Jugendjahre neben
hochphilosophischen Fragen angesichts des Todes der Mutter
stehen.
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