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Anette Horn, Peter Horn
»Ich lerne sehen«
Zu Rilkes Lyrik
(Beiträge zur
Kulturwissenschaft, Bd. 20)
1. Auflage 2010, 304 Seiten,
Format 21 x 14 cm
ISBN 978-3-89896-397-8, Broschur, 24,50 Euro, 42,00 sFr
Best.-Nr. 397
›Theoria‹ bedeutet ursprünglich ›Schauen‹. Malte Laurids
Brigge entdeckt eines Tages: »Ich lerne sehen«. Teilhard de
Chardin sagt über das Neue in der Moderne, »daß Angst der
Preis ist, den der moderne Mensch dafür bezahlt, daß er die
Welt neu zu sehen lernt«. Dass Rilke immer wieder das Wort
»schauen« (und seine Komposita) benutzt, hängt aufs Engste
mit seiner Auffassung von der Beziehung zwischen Dichter und
Welt zusammen. Das Auge ist Teil des Bewusstseins. Mit dem
Begriff der ›Epiphanie‹ bezeichnet James Joyce ein
plötzliches Sehen und Erkennen einer zunächst so nicht
verstandenen Situation. Rilkes Weg vom Sehenlernen (z. B.
bei Rodin und Cezanne) zum »Herzwerk« der späten Gedichte
wird anhand einiger Gedichte als Stationen auf diesem Weg
nachgezeichnet.
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