Wolfgang Schulz
Eisblumen – Schnee
Gedichte
1. Auflage 2010, 136 Seiten m. farb. Abb.,
Format 21 x 13 cm
ISBN 978-3-89896-398-5, Broschur, 14,90 Euro, 26,50 sFr
Best.-Nr. 398
Wolfgang Schulz ist ein wahrer »Wortzauberer« – Wörter
verwandeln sich in Melodien, starke Klanggebilde, die einen ganz
eigenen, umhüllenden Sog ausüben, dem man sich gar nicht
entziehen kann.
Mit unglaublicher Virtuosität werden aus Sprache Refugien
geschaffen, in denen die Zeit still zu stehen scheint, Refugien,
die uns auffordern, innezuhalten, zurückzuschauen, uns zu
besinnen. Dabei wirken die in einem Zeitraum von fünfundzwanzig
Jahren entstandenen Gedichte auf eigentümliche Weise modern und
im besten Sinne altmodisch zugleich, zeitlos – auch in ihrer oft
elementaren Thematik: Werden und Vergehen, Aufeinanderzugehen
und Abschied, Nähe und Fremdheit, Mit-Teilen und Erkenntnis des
Alleinseins.
Die Gedichte auf Reisen geschrieben sind durchaus metaphorische
Reisen in innere Landschaften. Örtliche, auch zeitliche Distanz
schafft Möglichkeit zu neuer Nähe, wird zu einer Reise nicht nur
zum Du, sondern auch zum Ich – letztlich aber zu einem Zwischen,
in dem Begegnungen sich ereignen. Über und durch die Grenze,
welche Ich und den Anderen trennt, wächst ein Zwischen der
Worte. Die Vielfalt der Möglichkeiten im Zwischen, die Freiheit
der Entscheidung birgt Gefahren ganz anderer Fesseln. Denn sich
im Konjunktiv zu verlieren, kann ein ganzes Leben lähmen. Der
Vergangenheit nachzutrauern, verstellt den Blick auf die
Gegenwart ebenso, wie ausschließlich auf die Zukunft zu hoffen,
sich vor ihr zu fürchten. So bleibt in stetem Begehren ein
Gefühl der Verlorenheit und des Getriebenseins.
Dieser Erkenntnis setzt Schulz in seinen Gedichten Ruhe und
Gelassenheit entgegen: eine Rückbesinnung auf das Wesentliche,
auf den Zauber des Augenblicks in den Wortwelten des Gedichts.