Arvydas Šliogeris
Post Scriptum
Aus einem philosophischen Tagebuch
Aus dem Litauischen von Klaus Berthel
(Diskurs Philosophie, Bd. 2)
1. Auflage 2001, 152 Seiten, Format 21 x 13 cm
ISBN 978-3-932740-84-8, Broschur, 14,50 Euro, 26,00 sFr
Best.-Nr.
84
Im Gegensatz zu den fundamentalen und systematisch
argumentierenden Werken des Autors wie »Sein und Welt« oder
»Alpha und Omega« ist das 1992 als philosophisches Tagebuch
herausgegebene »Post Scriptum« eher sporadisch entstanden,
aber deutlich geprägt vom unverwechselbaren Duktus und
Denkstil des Verfassers. Der Leser wird geradezu in dessen
Gedankenkosmos hineingezogen. Šliogeris
scheut sich nicht, die ›ewigen Fragen‹ erneut anzugehen. Was
ist Philosophie? Was ist deren Beziehung zur Religion, zu den
Künsten? Was ist echte Transzendenz, und wie können wir sie
von ›Pseudotranszendenzen‹ unterscheiden? Was ist Technik?
Hartnäckig wird das Territorium der Philosophie verteidigt
gegen den Allmachtswahn der szientistischen Wissenschaft,
ebenso gegen den einzig dem Imperativ des Nutzens gehorchenden
Alltagsverstand. Ein weiteres Anliegen wird deutlich: die
›Rettung der Dinge‹, das heißt der Schutz des Einzelwesens (ob
Individuum oder ›lebloser‹ Gegenstand), des Besonderen, des
Nahen und Nächsten, das wir sehen und betasten können, gegen
den Terror der Abstraktion und den Imperativ lebensfeindlicher
Ideologeme. Ein kleines Buch, das zu großen Einsichten
verhilft.
Arvydas Šliogeris, Philosoph,
Seinsdenker neoheideggerischer Provenienz, Übersetzer
deutscher Philosophen (Schopenhauer, Nietzsche, Jaspers,
Heidegger u. a.) wurde 1944 geboren, studierte an der
Technologischen Universität in Kaunas. Seit 1973 ordentlicher
Professor für Philosophie an der Universität Vilnius. Seine
Hauptwerke sind: »Žmogaus pasaulis ir
egzistencinis mastymas« (Menschenwelt und Existenzdenken,
1985), »Daiktas ir menas« (Objekt und Kunst, 1988), »Transcendencijos
tyla« (Von der Stille der Transzendenz, 1997), »Alfa ir omega«
(Alpha und Omega, 1999).
»Wann zuletzt hat es ein philosophisches Werk gegeben, das
in so knappen, schlanken, ja literarischen Sätzen und unter
Verzicht auf begriffliches Imponiergehabe Existenzielles
formuliert?.«
Gregor Dotzauser, Tagesspiegel vom 16.12.2001