| Alarich Rooch Zwischen
Museum und Warenhaus
Ästhetisierungsprozesse und sozial-kommunikative
Raumaneignungen des Bürgertums (1823-1920)
(Artificium Schriften zu Kunst,
Kunstvermittlung und
Denkmalpflege, herausgegeben von Kunibert Bering, Bd. 7)
1. Auflage 2001, 316 Seiten mit 106 schwarzweißen Abb., Format 23,5 x
15,8 cm
ISBN 978-3-932740-91-6, Broschur, 45,50 Euro, 73,50 sFr
Best.-Nr.
91
Gebäude setzen Zeichen. Sie vermitteln dem Betrachter etwas
von den Wertvorstellungen des Bauherrn, etwas darüber, wie er
sich selbst sieht und gesehen werden will. Gebäude
strukturieren den Raum, in dem sie stehen: In ihrer
Funktionalität z. B. als Museum, als Wohnhaus, als Warenhaus
bilden sie die Bezugspunkte der Infrastruktur. In ihrer
ästhetischen und baulichen Gestalt sind sie Ausdruck der
Eigentumsverhältnisse und prägen die Qualität des Viertels. So
sind sie tragendes Element in der Gestaltung der Lebenswelt
sowohl durch ihre vielfachen Bezüge zur Außenwelt wie auch
durch ihre Ausformung im Innern.
Der Symbolwert architekturaler Gestaltung hat weit
reichende identitätsbildende und identitätsversichernde
Funktionen. Unter diesem Blickwinkel ist sie ein
entscheidendes Medium zur Re-Produktion sozialer
Ungleichheitsstrukturen wie ihre ästhetische Dimension
allerdings auch das Potential von Kritik und Emanzipation in
sich birgt. In dieser Hinsicht entschlüsselt sich Architektur
als konstituierendes Element sowohl des topografischen wie
auch des sozialen Raumes.
In dieser Arbeit geht es um eine Analyse des
Funktionszusammenhangs von Architektur, ästhetischer
Wahrnehmung und sozialer Praxis, es geht um die Funktionen,
die die Architektur und Kunst in den Bildungs- und
Modernisierungsprozessen der bürgerlicher Gesellschaft des 19.
Jahrhunderts bis zu deren Zusammenbruch im Ersten Weltkrieg
spielten. Dabei ist es das besondere methodische Anliegen,
neben dem kunstwissenschaftlichen Ausgangspunkt ergänzend und
Perspektiven erweiternd Bezug zu nehmen auf soziologische,
sozial-psychologische und historische Ansätze, um diese mit
Theorien der Ästhetik, Wahrnehmung und Kommunikation zu
verknüpfen. |
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