Krieg spielen

Matthias Winzen (Hg.)

Krieg spielen

Kunst und Propaganda vor dem Ersten Weltkrieg

1. Auflage 2014, 248 Seiten
mit zahlreichen farbigen und schwarzweißen Abb.,
Hardcover 17,0 x 24,0 cm
ISBN: 978-3-89896-583-5

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20. September 2014 bis 1. März 2015 / Ausstellung im Museum
für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts Baden-Baden

Krieg ist kein Spiel, aber die Vorbereitung auf einen Krieg oft schon. Der Erste Weltkrieg hatte, nicht nur in Deutschland, eine lange Vorlaufphase. Die Kinder bekamen Kriegsspielzeug und Matrosenanzüge geschenkt. Die militärischen Strategen spielten verschiedene Szenarien durch. Lobbygruppen spielten die Bedrohung Deutschlands durch seine europäischen Nachbarn hoch. Der deutsche Kaiser Wilhelm II. spielte sich selbst, ohne seine Rolle als oberster Repräsentant der Nation auszufüllen. Das Attentat von Sarajewo führte zu internationalen Verwicklungen, nicht nur die deutsche Diplomatie spielte verrückt - das Spiel war aus, es wurde grausam ernst.
"Krieg spielen" - 100 Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges verharmlost die Ausstellung mit Kinderspielzeug und Familienfotografien aus der Kaiserzeit die Katastrophe nicht. Indem sie nach der alltäglichen, spielerischen Gewöhnung an Feindbilder und Obrigkeitskult fragt, geht sie den Vorbedingungen nach.

Beiträge von: Simone Demandt, Bernd Künzig, Tobias Mey, Peter Steinbach, Barbara Wagner, Matthias Winzen