Dem Wechsel Dauer â und der Dauer Bleibe

Christa Beck

Dem Wechsel Dauer – und der Dauer Bleibe

Gobelins und Applikationen
Mit Gedichten von Ralf-Uwe Beck und Peter Schwanz und einem Vorwort von Sophie Alloyer

1. Aufl. 2016, 114 Seiten
mit 46 farbigen Abb.,
Hardcover 21 x 26 cm
ISBN: 978-3-89896-641-2

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Der Drang zu künstlerischem Gestalten ist so alt wie die Menschheit selbst. Schon die Jäger und Sammler der Steinzeit schmückten die Wände ihrer Behausungen mit erstaunlich stilvollen Malereien und in den alten Hochkulturen war die Kunst fest im Leben der Gesellschaft verankert, und immer war neben dem kultischen Anliegen auch das Bestreben lebendig, das Schöne im täglichen Leben anzusiedeln und somit den Alltag aus der Banalität herauszuheben. Man denke an den phantasievollen Schmuck, die reich verzierten Kämme, Spiegel, an Keramik … und eben auch Teppiche. Dabei lag – und liegt auch heute – der künstlerischen Gestaltung stets eine Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit zugrunde, ein Aneignen des Geschauten und Erlebten durch individuelle Gestaltung in Bildern oder Worten. Im vorliegenden Band nun gehen diese beiden Ausdrucksmittel eine spannungsreiche Beziehung ein: das Wort des Dichters ergänzt oder spiegelt in mannigfaltigen Facetten die Bilderwelt der Gobelins und Applikationen, und umgekehrt gibt das Bild Anregungen für die Beschäftigung mit den Gedichten.

Mit ihren meist gewebten, manchmal auch geknüpften Wandteppichen reiht Christa Beck sich in die Jahrtausende alte Tradition der Bildwirkerei ein, die wie alle textilen Künste ihren Ursprung im Orient hat. Jedem ihrer hier gezeigten Wandteppiche ist ein Gedicht zugeordnet, in der Absicht, dem Betrachter und Leser Anregungen für die Beschäftigung mit Bild und Wort zu geben.

Ein Teil der Gedichte stammt aus der Feder ihres Sohnes Ralf-Uwe Beck, ein anderer Teil aus der Feder des Eisenacher Dichters Peter Schwanz. In den Gedichten beider Autoren widerspiegelt sich einerseits ihre gedankliche Auseinandersetzung mit grundlegenden Fragen des Daseins und mit den Problemen der modernen Zeit, andererseits ihre ursprüngliche Freude am Erkunden der vielfältigen Möglichkeiten der Sprache. In den Bildteppichen Christa Becks und in den Gedichten spielt die Natur immer wieder eine bedeutungsvolle Rolle – als Objekt vielschichtiger Kontemplation, als Inkarnation oder Spiegelbild einer Stimmung, als unentrinnbarer Schauplatz unseres Daseins und letztlich als Einladung zur Meditation. So mögen denn Bild und Wort dazu anregen, das Gewohnte mit neuen Augen zu sehen, auch nachzudenken über Ziel und Sinn der eigenen Existenz.