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Krämer, Elena

Elena Krämer, geboren 1996 in Bonn, studierte Philosophie, Vergleichende Religionswissenschaften und Medienwissenschaften in Bonn und Wien. Nach ihrem Abschluss im Jahr 2021 arbeitete sie als Werbetexterin, Lektorin sowie im wissenschaftlichen Bereich. Neben einem Buchpodcast zur Percy Jackson Reihe von Rick Riordan und der Veröffentlichung ihrer Masterarbeit bei Springer ist »Die Frau am Holztisch« ihre erste literarische Veröffentlichung.

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Interview mit Elena Krämer zu ihrem Buch »Die Frau am Holztisch«

Liebe Frau Krämer, soeben ist Ihr Gedichtband »Die Frau am Holztisch« erschienen. In einem Satz: Was erwartet die Lesenden?

Elena Krämer: Die Lesenden werden Beobachtende unterschiedlicher Lebenserfahrungen, die zum einen explizit verhandelt werden und zum anderen auf einer sublimen Ebene erfahrbar und spürbar gemacht werden sollen.

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Mehrere Gedichte nehmen Bezug auf Film, Musik oder Popkultur (z. B. Wim Wenders oder David Bowie). Was bedeutet Ihnen diese Form des Dialogs mit anderen Künsten?

E. K.: Im Allgemeinen entsteht ein Kunstwerk ja nie vollständig ex nihilo, also aus dem Nichts heraus. Literatur, Musik und bildende Kunst erschaffen einen Teil ihrer Aussagekraft auch durch den Verweis auf ihre Historie oder ihre Einflüsse, die wiederum Assoziationen wecken und somit das Fundament der Rezeption gewissermaßen verdichten. Aus unterschiedlichen Einflüssen und Zitaten entsteht dann etwas zum Teil Neues, Originelles. Strömungen wie der Dadaismus beanspruchen zwar beispielsweise so etwas wie einen unmittelbaren Zugang zur Kunst, doch auch dessen Vertreter:innen können sich nicht vollständig vom bereits Erlernten frei machen. Dementsprechend lasse ich mich von dem inspirieren, was ich sehe, was ich fühle und erfahre – das können Begegnungen mit Menschen oder Erinnerungen sein, häufig sind es aber eben auch Filme, die nachklingen oder Musik, die während des Schreibens spielt.

Wer ist die titelgebende »Frau am Holztisch« für Sie? Eine Figur, ein Zustand, ein Blickwinkel?

E. K.: Das Bild der »Frau am Holztisch« hat für mich dreierlei Bedeutung: Erstens entspringt es direkt dem gleichlautenden Gedicht, das wiederum durch ein Gebet inspiriert wurde. Zudem ist es für mich ein ursprüngliches Bild, das Assoziationen mit bäuerlichem Leben und Naturverbundenheit weckt – die alte Frau, Kartoffeln schälend, an einem Küchentisch, dem die Geschichten ihres Lebens inhärent sind – erinnernd an die eigene Endlichkeit und damit auch ein memento mori. Die dritte Deutung geht auf ein Buch von J. D. Salinger zurück, in welchem der Protagonist das Bild der alten, kranken Frau als sinnstiftendes Moment begreift.

Gibt es ein Gedicht im Band, das Ihnen besonders am Herzen liegt – oder eines, das Leser:innen Ihrer Meinung nach überraschen könnte?

E. K.: Persönlich liegt mir viel an dem Gedicht Das weiße Band, da es ursprünglich stark in mir resoniert hat. Durch das Gedicht In Teufels Küche fühle ich mich in die Kindheit zurückversetzt und erschaffe mir, für einen Moment, einen Ort, der sich Zeit und Raum entzieht. Dasjenige Gedicht, das den Band inhaltlich abschließt und in der Chronologie ganz am Ende stehen müsste ist allerdings Der Mensch. Ein kurzes Gedicht, an dem mir dennoch viel liegt, denn es markiert das Ende einer Beziehung, die sich dennoch in die Einschreibungsmechanismen des Körpers eingeprägt hat.

Welche Autor:innen oder Dichter:innen haben Ihr Schreiben besonders geprägt oder inspiriert?

E. K.: Es gibt einige Gedichte, die ich aus unterschiedlichen Gründen sehr einprägsam finde – früher haben mich besonders das amoralische und morbide bei Charles Baudelaire und Oscar Wilde angesprochen,viele meiner Gedichte sind allerdings sehr durch William Carlos Williams inspiriert, der ja immer versucht, die Schönheit der kleinen, alltäglichen Gesten und Begegnungen einzufangen.

Vielen Dank für das Gespräch.

 

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