Beschreibung
Niklas Carlo Lissons Gedichte bewegen sich in einem Zwischenreich. Sie befinden sich dort, wo Traum und Wirklichkeit ununterscheidbar ineinanderfließen, wo Sprache tastend nach Bedeutung sucht und sich zugleich an ihrer eigenen Grenze reibt. »Mitternachtsträume« versammelt Texte, die sich dem Festen entziehen und gerade darin ihre Kraft entfalten. Es ist ein Lyrikband über das Dazwischen – zwischen Schlaf und Wachsein, Nähe und Entfremdung, Sinnsuche und Sprachskepsis.
In dichten, assoziativen Bildern entstehen Szenen von eigentümlicher Vertrautheit: das Flackern einer Laterne, das Knistern einer Chipstüte, das leise Atmen eines schlafenden Gegenübers. Doch unter der Oberfläche des Alltäglichen öffnen sich andere Räume. Fragen nach Zeit, Identität und Vergänglichkeit treten leise aber eindringlich an die Oberfläche.
Immer wieder ist da ein Ich, das sucht – sich selbst, die Sprache, einen Halt im Ungewissen. Es verliert sich, entwirft sich neu, ringt um Ausdruck für das, was sich nicht festhalten lässt. Lissons Sprache ist dabei sinnlich und reflektierend, mal rau und fragmentarisch, dann wieder gekennzeichnet von zarter Klarheit.






